Glaubst du immer deinen Gedanken? – Wie du hindernde Glaubenssätze loslassen kannst

Glaubenssätze loslassen

Da war er wieder, der kleine Mann in meinem Kopf.
Dabei wollte ich doch nur einen neuen Blogbeitrag schreiben und dazu ein wenig im Internet recherchieren.
Freudig und motiviert mache ich mich ans Werk. Ich klicke mich durch andere Blogs, lese einige Facebook- Beiträge und diverse Artikel in Online-Journalen. Nach einer halben Stunde ist meine Motivation gegen Null und die Stimmung mies.Der kleine Mann in meinem Kopf lamentiert:
Was hast DU schon zu sagen? Das gibt’s doch alles schon. Blogger X kann das viel besser formulieren. Blog Y hat ein viel besseres Design. Fanpage Z hat 8 Millionen Mal mehr Follower als du. Das hat doch alles keinen Sinn! Nullo! Du kannst das einfach nicht. Nur die anderen können das.

Ich bin mir auf einmal gar nicht mehr sicher, ob ich jemals noch irgendetwas schreiben soll.

Der kleine Mann triumphiert. Schnell und unbemerkt hat er mal wieder das Ruder übernommen. Na Prima!
Das war sicher nicht das letzte Mal. Er wird wiederkommen. Dann hat er wieder diesen oder auch einen anderen hindernden Glaubenssatz für mich im Gepäck.

Kommt dir das bekannt vor?

So oder ähnlich ist es oft abgelaufen. Zu lange habe ich dem kleinen Mann seinen Willen gelassen und so gewann er immer mehr Oberwasser.

Bis ich mir gedacht habe: Äh, Moment mal. Stop! So nicht!!
Der kleine Mann ist ja schließlich ein Teil von mir. Ich selber sorge jedes Mal für seine Auferstehung. Auch wenn mir das nicht bewusst ist.

Zum Glück gibt es Möglichkeiten, mit denen du und ich den kleinen Mann im Kopf austricksen können.
Das Wichtigste ist, den entsprechenden Glaubenssatz als solchen zu erkennen. In meinem Beispiel heißt der Glaubenssatz: Ich kann das nicht!

Wenn du das wiederkehrende Muster erkannt hast, dann probiere doch mal die folgenden Strategien aus.

Hindernde Glaubenssätze loslassen – 6 Möglichkeiten

  • Überprüfe den Gedanken und stell dir die Frage: Ist das wirklich wahr? Kann ich sicher sein, dass das wahr ist? (siehe dazu auch die Methode The Work von Byron Katie und ihr Buch: Lieben, was ist)
  • Übertreibe den Gedanken bis zur Lächerlichkeit: Ich kann das wirklich nicht. Alle anderen können das, nur ich nicht.
  • Nimm den Gedanken nicht ernst, beachte ihn nicht.
  • Schneide den Gedanken einfach ab. Sage dir gedanklich oder laut: Stop it! oder Schluß damit!
  • Entspanne dich und ziehe dich raus aus dem Gedankenkarussell, z.B. mit dieser einfachen Übung.
  • Ersetze den belastenden Gedanken durch das positive Gegenteil.

Um bei meinem eigenen Beispiel zu bleiben: Schlußendlich habe ich den besagten Blogbeitrag doch noch fertiggestellt. Ich habe den Ich kann das nicht-Gedanken einfach abgeschnitten und mich ganz auf das Schreiben konzentriert.

Kennst du noch andere hilfreiche Strategien im Umgang mit dem kleinen Mann? Dann schreibe sie gern in die Kommentare!

Bild: unsplash.com

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Bettina,

    Toll, dass du dieses Thema ansprichst! Überwiegend stimme ich dir zu und würde nur folgendes ergänzen: Einen positiven Glaubenssatz immer wieder holen – wie ein Mantra. Meiner ist „Ich kann das!“ Das hilft mir ganz gut.

    Liebe Grüße,
    Maren

  2. Hallo Maren,
    ja, die Wiederholung ist wichtig. Negative Glaubenssätze sind ja meist nicht von heute auf morgen weg.
    Am Anfang hilft es, einfach ein bißchen damit zu experiementieren bis es stimmig ist. Da kann es bei jedem auch Unterschiede geben.

    Herzliche Grüße
    Bettina

  3. Liebe Bettina
    Vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag – ich kenne diesen kleinen Mann sehr gut und weiss eigentlich, wie man ihm begegnen sollte – aber manchmal vergesse ich das wieder und er baut sich sein eigenes kleines Imperium. Vielen Dank für den Reminder!
    Liebe Grüsse
    Ariana

  4. Liebe Ariana,

    Danke für das schöne Kompliment.
    Ich denke, wir alle brauchen hin und wieder so einen Reminder von außen. Und dann flutscht es wieder :=)

    Herzliche Grüße
    Bettina